Freitag, 13. Juli 2018

Mein Wochenbett

Das Wochenbett liegt nun hinter mir und ich möchte gern einmal aufschreiben, wie es mir so ergangen ist und was ich für Hilfsmittel für gut befunden habe.
Auch, wenn ich definitiv kein 2. Wochenbett erleben werde, so sind meine Helferlein für den ein oder anderen vielleicht doch auch ganz sinnvoll.

Zuerst einmal ein paar allgemeine Worte zu meinem Wochenbett:

Mein Wochenbett begann ja nun schon mal etwas weniger schön und daher auch recht stressig.
Ich habe aus diesem Grund auch meinen Großeltern ein Besuchsverbot für das Krankenhaus ausgesprochen. Mein Tag war vollgepackt und bestand zuerst aus Abpumpen nach der Uhr und später dann aus Stillen nach der Uhr. Erst kurz vor Ende unseres Krankenhausaufenthaltes konnten wir dazu übergehen, dass sich das Kind meldet, wenn es Hunger hat und ich ihn dann stillen gehe.
Ich hatte selbst kaum Zeit für mich und wollte daher auch einfach keinen zusätzlichen Besuch empfangen. Meinen Mann, meine Schwiegermutti und meine Eltern habe ich gern gesehen, aber mehr wäre mir wirklich zu viel geworden.
Meine Großeltern konnten das nicht wirklich verstehen. Hierbei empfand ich schon das Telefonieren mit ihnen als stressig und habe das auch recht lange vor mir hergeschoben...
(Mein Verhältnis zu meinen Großeltern ist eh nicht unbedingt das beste - das hat verschiedene Gründe. Meine andere Oma dagegen mag ich wirklich sehr.)

In der ersten Woche hatte ich das Glück, keine Treppen steigen zu müssen, da ich ja noch im Krankenhaus lag. Hier bin ich also immer mit dem Fahrstuhl gefahren und erst am Donnerstag als wir nach Hause kamen, musste ich dann wieder Treppen steigen. Das war ein komisches Gefühl und als ich in unserem 2. Obergeschoss angekommen war, war ich wirklich echt geschafft. Dieses Geschafftsein hielt auch noch einige Wochen an und ich war jedes Mal richtig Außeratem.
So nach und nach sind unsere Spaziergänge etwas größer geworden. Aber ich merkte noch deutlich, wie erschöpft ich von der Geburt war.

Den Besuch zu Hause haben wir auf das Nötigste beschränkt. Zuerst durften die Omas des Maikaters kommen. Somit hat meine Schwiegermutti ihren Enkel auch noch vor ihrem Urlaub kennen lernen können.
In der 3. Lebenswoche kam uns dann meine liebe Freundin mit ihrer kleinen Tochter besuchen, F. ist ja 6 Wochen älter. Allerdings war der Unterschied zwischen den beiden echt riesig.
Meine beste Freundin war in der 4. Lebenswoche auch noch zu Besuch. Das tat unheimlich gut.

Nun aber wirklich zu meinen Helferlein:

Meine Dammnaht konnte ich im Krankenhaus durch das eingebaute Spül-WC immer gut kühlen. Das tat mir echt gut. Daher brauchte ich auch keine sonstigen Helferlein.
Die großen Vorlagen konnte ich weiterhin vom Krankenhaus nutzen, auch als ich nur noch als Begleitperson drin lag. Und Netzschlüpfer empfand ich am Anfang auch angenehmer als meine für das Wochenbett gekauften Baumwollunterhosen. Letztere kamen dann erst zu Hause zum Einsatz.

Zum Glück hatte ich keine Verstopfung. Davor hatte ich totale Angst. Der erste Stuhlgang war zwar nicht super angenehm, aber auch nicht so schlimm, wie erwartet. Es hat nur anfangs alles enorm lange gedauert. Auch der kleine Toilettengang brauchte viel Zeit. Das denkt man so gar nicht. (Daher schreibe ich es hier auf, um es selbst nicht zu vergessen, bzw. bei Vergessen einfach Nachlesen zu können.)

Sitzen war wegen der Naht auch nicht immer schön. Im Aufenthaltsraum des Krankenhauses gab es eine Sitzbank auf der einen Seite der Tische und Stühle auf der anderen Seite. Die Sitzbank war für mich immer sehr unbequem. Mit den Stühlen kam ich deutlich besser zurecht. Die hatten auch seitlich Lehnen, das hat das Aufstehen enorm erleichtert.
Man fühlt sich ja doch wie eine alte Frau.
Zu Hause hatte ich da zum Glück weniger Probleme. Unsere Couch ist aber auch weich genug und auf unseren Ess-Stühlen sitze ich nur, wenn der kleine Große da ist.

Im Krankenhaus bekam ich Stilleinlagen von NUK, die fand ich schon sehr gut. Die sind ausreichend groß und auch recht saugfähig. Leider habe ich sie gleich am Anfang aufgebraucht. Da hätten es noch die einfachen billigen getan.
Seit dem Milcheinschuss laufe ich an meiner linken Brust immer recht doll aus (meine rechte Seite zwar auch, aber nicht ganz so extrem wie die linke). Und so bin ich sehr froh über die Einlagen von Lansinoh. Die sind echt ihr Geld wert und bisher die besten, die ich getestet habe. Für schlecht befunden habe ich hierbei vor allem die von A*vent. Die von M*edela sind nicht schlecht, aber mir doch ein wenig zu unförmig und nicht ganz so unauffällig im BH, saugfähig sind sie aber auf jeden Fall.
Alle billigen sind einfach sehr klein und haben eine schlechte Saugkraft.

Meine B*rust ist dank des Milcheinschusses noch mal ordentlich gewachsen und juckt auch teilweise recht stark. Da öle ich nun weiterhin mit dem Schwangerschafts-Öl von Weleda ein. Das tut gut.

Mit entzündeten Brustwaren hatte ich zwar nicht zu kämpfen, aber schmerzhaft sind sie doch auch ab und zu. Da nehme ich die Brustwarzensalbe von Rossmann. Die hilft mir sehr gut. Und vor allem kann man sie drauf lassen und muss sie nicht abspülen. Das war mir wichtig. Schmerzende Brüste möchte man nicht erst noch abwaschen müssen.

Im Krankenhaus gab es den Still-Tee von Hipp und mein Mann hat mir immer mal eine Flasche Karamalz mitgebracht. Beides habe ich Lieben gelernt. Vorher konnte ich mir Malzbier so überhaupt nicht vorstellen. Aber mittlerweile liebe ich es und muss mich eher zurück halten. Denn es hat ja doch sehr viele Kalorien und setzt demzufolge eher an.
Zu Hause habe ich mich dann noch durch diverse andere Still-Tees durchprobiert. Für gut befunden habe ich hier vor allem den von Hipp und den von Weleda. Diese beiden helfen mir am besten.
Still-Saft finde ich auch sehr lecker, davon darf man nur nicht zu viel trinken. Daher habe ich das nur am Anfang gemacht und mich dann auf mein stilles Wasser beschränkt (was ich nicht Lieben gelernt habe...).

Das waren meine Tipps zu Helferlein im Wochenbett.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Tagebuchbloggen 07/2018

Heute ist wieder der 5. eines Monats. Und Frau Brüllen fragt WMDEDGT soll heißen: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?"
Here it comes: Unser babylastiger Stilltag ;)

Nach einem halben Jahr schaffe ich es nun auch mal wieder, daran teilzunehmen. Und nun sogar mit neuem Design. Ich bin immer noch dabei, es ein wenig zu überarbeiten.

Mein Tag beginnt 0.00, denn wir sind noch wach. Wir sind in diesem Fall mein Mann und ich. Den Maikater habe ich gegen 22.30 erfolgreich in den Schlaf gestillt und nun auch in sein Bett ablegen können.
Ich folge gegen 0.30 auch in mein Bett. Der Maikater schläft neben mir in seiner Wiege.

Kurz nach 3 Uhr wacht der Maikater auf und hat Hunger. Ich wechsele ihm die Windel und nehme ihn mit in "mein Bett" (das ist unser großes Bett im Kinderzimmer, welches wir für den kleinen Großen gekauft haben). Hier stillen wir im Liegen, weil es einfach viel bequemer ist und ich so weiter schlafen kann. Im Sitzen bin ich sonst meistens eingeschlafen. Und das ist echt unbequem. Aber am Anfang klappte es noch nicht im Liegen, sicherlich, weil der Maikater dazu noch zu klein war.
Wir schlummern dann irgendwann weiter und der Maikater bleibt in meinem Bett mit liegen.

Gegen 7 Uhr wird er sehr unruhig. Er hat bestimmt wieder Hunger. Die Windel wechsele ich nun nicht, auch wenn sie sicherlich gut gefüllt sein wird. Aber ich habe einfach wirklich gerade keine Lust, noch einmal aufzustehen.
Achtung, hier nur weiterlesen, wer auch eklige Dinge verkraften kann. Ansonsten bitte zum nächsten Absatz springen!
Als ich ihn Anlegen will, kommt erstmal noch alte Milch aus dem Magen Retour. Das hat er öfter mal. Vermutlich möchte sein Magen somit Platz schaffen für die neue frische Milch. Und alles, was bis dahin noch nicht verdaut werden konnte, wird somit wieder hinaus befördert.

Wir stillen nun also die andere Brust und ich schlafe danach auch gleich wieder ein. Der Maikater auch. Wobei er weiterhin recht unruhig bleibt. Es läuft immer mal noch etwas von der Milch heraus.
Ich wache immer mal auf und schaue auf die Uhr. Das letzte Mal kurz nach halb neun. Und da denke ich noch, dass mein Mann sicherlich gleich jeden Moment zum Wecken kommen wird.

Das nächste Mal, als ich wach werde, ist es bereits 9.37 - WAS? So lange haben wir geschlafen? Und der Mann schläft immer noch. Ich gehe ihn wecken. Da der Maikater noch schläft, lasse ich ihn in meinem Bett liegen. Gut gesichert durch unser Stillkissen.
Zwischenzeitlich wird auch der kleine Mann wach und er bekommt durch den Papa eine frische Windel und wird tagfein gemacht. Da er dann noch nicht ganz hungrig ist, darf er erst noch ein bisschen unter seinem Spielbogen liegen. Ich beginne derweil diesen Beitrag hier.

Als der kleine Mann Hunger bekommt, gibt der Papa ihm noch seine aufgelöste Vitamin D Tablette und dann stillen wir.
Nach der zweiten Brust wird der kleine Mann zunehmend unruhiger. Ich wundere mich noch warum. Zuerst denke ich, dass er noch Hunger hat. Aber dann bemerke ich, dass seine Windel ausgelaufen ist. Und zwar so richtig. Eine komplette Ladung. Yippie. Also das Kind geschnappt und einmal komplett gereinigt. Die Sachen waren auch komplett versaut. Ich bin gespannt, ob das alles gut wieder raus geht. Immerhin sind es Leihsachen von kilenda. Und nein, ich werde für diese Werbung nicht bezahlt. Ich finde es nur eine sehr gute Sache, Babykleidung zu leihen, statt sie zu kaufen.

Danach war der Maikater auch wieder ruhig und zufrieden und ich lege ihn erneut unter seinen Spielbogen.
Mein Mann holt uns unterdessen Mittagessen bei Subway. Da er sein Auto heute wegen der Straßenreinigung eh wegfahren muss, bringt er uns gleich das Essen mit. Was für ein Service.

Die Waschmaschine wäscht gerade Spucktücher. Eigentlich sollte das die einzige Maschine für heute sein. Aber dank unseres Windelunfalls muss ich nun auch noch die Babyklamöttchen waschen. Ich hoffe, es wird alles richtig sauber.
Der Trockner beschert uns dann wunderbar kuschelige Spucktücher und um die Restfeuchte noch heraus zu bekommen, lasse ich sie immer auf meinem Bett trocknen. Das sieht dann so aus:


mein Liebstes Tuch aus der Serie - dieses hier - Sternchen :)
Mein Bett komplett belagert mit Spucktüchern (vom Bett ist dabei natürlich nichts mehr zu sehen ;) )

Das Sub des Tages "Chicken Fajita" ist wahnsinnig lecker. Danach wird der Maikater schon wieder unaustehlich. Obwohl doch noch nicht mal drei Stunden seit dem letzten Stillen vergangen sind, hat der junge Mann tatsächlich schon wieder Hunger. Das gibt es doch gar nicht. Aber doch. Es ist wirklich so.
Also bequem machen zum Stillen Teil 300 (oder so ähnlich ;) ) heute.

Davor werfe ich aber schnell noch die Babyklamöttchen in die Waschmaschine. Schließlich soll der Windelunfall bald wieder Geschichte sein. Ich habe Glück und alles geht raus. Hatte es aber auch direkt eingeweicht und in die Waschmaschine noch einen Fleckentferner zusätzlich mit reingegeben.

Am Nachmittag schreibe ich an diesem Beitrag weiter, bearbeite ein paar Fotos und hin und wieder verlangt der Maikater immer wieder meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Gegen 17 Uhr drehen wir noch eine Runde mit dem Kinderwagen. Es ist leicht bewölkt und auch windig, so dass es trotz der Schwüle recht angenehm ist.

Kaum zu Hause angekommen, verlangt der Maikater seinen Abendsnack. Und es beginnt das abendliche Dauerstillen. Ich bin fast durchgehend bis 21.30 mit Stillen beschäftigt. Mein Mann bereitet mir sogar das Abendessen mundgerecht vor und ich esse es während ich stille. So schlimm wie heute hatte ich es auch noch nicht. Aber der junge Mann steckt mitten im 2. Schub. Wir stellen dann sogar noch erhöhte Temperatur fest. Das hatten wir auch noch nicht.
Na gut, da kann man auch schon mal unleidlich sein.

Gegen 23 Uhr gehen wir dann ins Bett. Allerdings wird dabei der Maikater noch mal so richtig munter. Ein wenig Mageninhalt möchte er auch noch loswerden... Recht hat er, weenn das drückt, kann man ja auch schlecht schlafen.

Das war mein babylastiger Still-Tag. Schön, dass ihr es bis hierhin durchgehalten habt. Vielen Dank fürs Lesen!

Montag, 2. Juli 2018

Die erste Lebenswoche des Maikaters

Geburt, 04. Mai 2018, 1. Lebenstag, Freitag:

Wer noch einmal den Geburtsbericht nachlesen möchte, bitte HIER entlang.
Nachdem wir aus dem Kreißsaal in unser Zimmer umgezogen sind, liegst du nun in deinem eigenen Bettchen.
Der Papa verabschiedet sich nach Hause und nimmt gleich noch unsere Geschenke aus dem Krankenhaus mit. Unter anderem gab es ein großes Kapuzenhandtuch und ein Schnuffeltier.
Ich soll nun alle 3 Stunden anlegen und genau das mache ich gegen 8 Uhr als die Schwester deinen Blutzucker messen kommt. Der ist leider unterirrdisch schlecht (1,4 mmol/l). :(
Sofort wird die Kinderärztin angerufen, die auch gefühlt sofort neben unserem Bett steht und dich aus meinen Armen entgegen nimmt. Wenig Zeit für Erklärungen, es muss gehandelt werden. Jetzt ist wirklich keine Zeit mehr für Diskussionen. In einer Stunde dürfte ich zu dir kommen.
Buff, das saß. Und ich habe nicht mal wirklich Zeit, darüber nachzudenken. Schon werde ich in ein anderes Zimmer verlegt. In diesem liegt eine andere Mutti, deren Kind auch auf der Neonatologie liegt. Deswegen werden wir beide auch zusammengelegt. Weil wir beide kinderlos sind.
Macht irgendwie auch Sinn, wirkt aber erstmal sehr bedrückend.
Viertel zehn mache ich mich auf den Weg zur Kinderstation. Ich muss mir erst einmal den Weg beschreiben lassen. Eine Etage höher und vorher noch über die Gynäkologie muss man da gehen. Etwas gewöhnungsbedürftig. Und für mich so kurz nach der Geburt auch nicht unanstrengend - immerhin habe ich vor nicht mal 6 Stunden entbunden.
Auf der Kinderstation angekommen, werde ich direkt weiter in das Neonatologie-Zimmer geleitet. Und da liegt er, unser kleiner Maikater. Mitten im Inkubator. Mit einer Flexüle im rechten Arm und bis auf die Windel völlig nackig. Was für ein Anblick.
Ich bin ganz stark und tapfer. Aber als die Ärztin dazu kommt und mir erläutert, was alles gemacht werden musste und wie es unserem kleinen Mann gerade geht, kommen mir dann doch die Tränen. Ich kann es nicht zurück halten. Es muss einfach sein.
Er sieht so klein und hilflos aus. Ja, er ist ja auch klein. Aber so wirkt er noch viel kleiner.
Ich sitze gute anderthalb Stunden bei unserem Kind. Am liebsten würde ich ihn gar nicht allein lassen. Aber ich muss etwas zu Mittag essen und außerdem muss ich mich auch ausruhen. Ich merke nun doch, dass ich etwas Ruhe brauche.

Mit meiner Zimmernachbarin verstehe ich mich zum Glück recht gut und ich versuche sie zu unterstützen, wo ich kann. Sie hat am Tag zuvor per Kaiserschnitt entbunden und ist demzufolge heute noch sehr gehandicapt. Am Morgen war sie das erste Mal aufgestanden und ins Bad gegangen. Ihren kleinen Sohn hat sie nur kurz am Vortag gesehen. Das macht ihr deutlich zu schaffen.
Aber am Nachmittag kommt ihr Mann und sie kann gemeinsam mit ihm nach oben zu ihrem Kind gehen, bzw. wird sie von ihm im Rollstuhl gefahren.
Kurz danach kommt auch mein Mann und wir machen uns gemeinsam auf den Weg zu unserem kleinen Kämpfer. Mein Papa ist auch mitgekommen, darf allerdings nicht mit auf die Neo. Nur die Eltern der Kinder können die Kleinen besuchen. Dafür aber immer, egal um welche Uhrzeit.

Die Ärztin ist echt eine tolle, sie erklärt auch meinem Mann noch mal, was genau los war und wie es nun weitergeht. Ich bin jetzt schon begeistert von ihr.
Ich verstehe durch meinen Beruf deutlich mehr von dem, was da vor sich geht und übersetze das Nötige meinem Mann.
Am Liebstens würden wir unseren Maikater direkt mitnehmen bzw. zumindest auf den Arm nehmen. Aber das ist heute leider noch nicht möglich. Er muss sich nun erst einmal erholen. Braucht die Wärme und vor allem die Infusionen. Er bekommt Glucose und noch ein wenig Flüssigkeit. Nahrung erhält er heute nicht mehr, da er heute Morgen stark erbrochen hat.
Es fällt schwer, ihn so allein im Inkubator auf der Kinder-Intensivstation zurück zu lassen...

Meine Zimmernachbarin und ich pumpen regelmäßig gemeinsam ab, um unsere Milchproduktion anzuregen und die wichtige Vormilch zu unseren Kindern mitnehmen zu können. Das ist ein weiterer Vorteil unseres Zusammenliegens.

2. Lebenstag, 05. Mai 2018, Samstag:

Gegen 9 Uhr kommt mein Mann und wir machen uns auf den Weg zur Neonatologie.
Die Flexüle war in der Nacht am rechten Arm kaputt gegangen und so hast der kleine Mann nun eine neue am linken Arm.
Wir dürfen ihn heute aus seinem Inkubator rausnehmen. Was freuen wir uns. Allerdings mache ich all das. Mein Mann ist hierbei erstmal nur Zuschauer. Aber das ist okay für ihn. Er hat vor der Zartheit noch echten Respekt. Ich zwar auch, aber ich kenne es ja nicht anders. Ich hatte noch nie ein größeres Kind zum Versorgen in der Hand.
Ich wiege unseren Maikater und er bekommt eine neue Windel. Sein heutiges Gewicht: 2335g! Also hat er nur 25 g abgenommen. Das klingt doch schon mal gut.
Ich wickle ihn in ein Handtuch und darf mich dann mit dem kleinen Bündel auf einen bequemen Still-Stuhl setzen und einfach nur kuscheln. Was tut das gut!

Zum Mittagessen kommt mich eine liebe Kollegin besuchen. Was freue ich mich!
Und sie hat auch noch Geschenke für unseren Maikater mitgebracht. Darüber freue ich mich umso mehr. Denn sie hat als Alleinerziehende leider immer zu wenig Geld übrig.
Aber seht selbst, was es Schönes von ihr gab:

eine schöne Tüte - mit noch schönerem Inhalt

Schnuller in der Box und ein wundervolles Wärmekissen


Am Nachmittag besuche ich unseren kleinen Mann erneut. Ich nehme die abgepumpte Milch mit hoch und kann sie ihm per Flasche geben. Außerdem bekommt er noch Flaschennahrung, denn im Moment habe ich noch nicht so viel Milch, als das es für eine Mahlzeit reichen würde. So bekommt er aber wenigstens das wichtige Kolostrum von mir.
Ich gehe auch am Abend noch einmal zu ihm. Allerdings ist mir die 23 Uhr Fütterung dann doch etwas zu viel. Immerhin habe ich gestern erst entbunden.
Zwischendurch auch immer noch das Abpumpen im Zimmer und etwas Essen muss man ja auch noch. Ich merke, wie es mich schlaucht. Und ich merke heute deutlich, wie geschafft ich bin.
Auf der Neo gibt es auch nur Stühle, da kann man sich nicht mal hinlegen. Sonst würde ich auch länger oben bleiben. Aber die Narbe macht mir hin und wieder doch zu schaffen und so muss ich mich auch immer wieder hinlegen und der Narbe Ruhe gönnen.
Und ich habe auch einen Muskelkater im Popo. Wahnsinn, wie das wehtut. Als wäre ich Fahrrad gefahren.

Meine Eltern kommen mich am Nachmittag besuchen. Müssen sich aber weiterhin mit Fotos von dir und meinen Erzählungen begnügen.

Heute ist körperlich mein Mimimi-Tag. Ich bin wirklich fertig. Mein Körper meldet sich und verkündet, dass die Geburt erst einen Tag zurück liegt und er nun Schonung benötigt.
Dafür geht es meiner Zimmernachbarin heute schon deutlich besser und sie ist auch schneller unterwegs als ich. Und das zu Fuß! Sie läuft heute die Strecke bis zur Neo ohne Rollstuhl als Backup. Sie möchte es wirklich schaffen. Und das tut sie.

3. Lebenstag, 06. Mai 2018, Sonntag:

Die Nacht habe ich wieder abgepumpt.
Und am Morgen warte ich auf meinen Mann, damit wir zu unserem Maikater gehen können.
Heute darf ich den kleinen Mann das erste Mal Baden und danach auch das erste Mal anlegen und Stillen. Juchu!
Davor gibt es aber wieder ein Gewicht: 2320g. Somit hast du nun insgesamt 40g abgenommen. Das ist ja alles noch relativ gut.
Eine Flexüle hast du jetzt gar nicht mehr. Die ist in der Nacht erneut kaputt gegangen. Die Schwester ist recht zuversichtlicht, dass du sie eigentlich gar nicht mehr brauchst. Und da heute Sonntag ist, wird die Visite auch erst später stattfinden und etwas kleiner ausfallen. Ich werde also erst im Laufe des Tages erfahren, ob du eine neue bekommen hast.
Ich darf dich nun das erste Mal baden! Was für ein Erlebnis. Für dich, wie auch für mich. Du findest es nicht so wirklich toll und weinst recht ordentlich. Mein Mann hat das ganze in Bildern festgehalten.
Und dann bekommst du meine Brust. Bisher habe ich immer noch keinen Milcheinschuss und somit kommt recht wenig. Daher müssen wir wieder zufüttern. Aber das ist okay. Ich bin mächtig stolz darauf, wie gut du das alles machst. Auch der Wechsel zwischen Brust und Flasche ist kein Problem für dich!

Deine andere Oma (Meine liebe Schwiegermutti) kommt mich besuchen. Leider nur ganz kurz, da sie sehr erkältet ist, und mich und meine Zimmernachbarin nicht anstecken möchte. Sie steht nur kurz an der Tür und sagt Hallo. (Zumindest gefühlt, sie war ein klein wenig länger da, aber eben nicht soo lange.)

Am Abend wurdest du in ein Wärmebettchen umgelegt. Kein Inkubator mehr nötig. Die Infusionen brauchst du jetzt auch nicht mehr - die Schwester vom Frühdienst hatte also Recht und hat das auch so mit der Ärztin besprochen. Daher nun nur noch etwas Wärme für dich. Ab jetzt werde ich jedes Mal vor der Mahlzeit deine Temperatur messen, damit wir wissen, dass du sie halten kannst.
Deine Blutzuckerwerte sind nun auch recht stabil. Die Schwestern messen vor jeder Mahlzeit.
Abends gab es sogar schon 30 g zum Stillen und vor der Nachtrunde hast du 15 g geschafft. Wahnsinn. (Ich habe immer noch keinen Milcheinschuss!)
Diese Nacht bin ich gegen 0 Uhr mit dir verabredet. Also schnell schlafen.
Immerhin brauche ich nun nicht mehr Abpumpen. Du trinkst echt gut.

Heute war mein psychischer Mimimi-Tag. Aber kein Wunder. Der dritte Tag ist ja eh so ein bisschen der Baby-Blues-Tag. Und dann kommt noch hinzu, dass du nicht da bist. Da kann man sich auch nicht wohl fühlen! Aber es ist okay. Ich weiß ja, dass du in guten Händen bist!

4. Lebenstag, 07. Mai 2018, Montag:

In der Nacht bekomme ich einen ordentlichen Milcheinschuss. Meine Br*ste schmerzen. Aber immerhin kannst du nun 30 g (nachts um 3) und 70 g (morgens um 7) trinken.
Der kleine Mann hat in dieser Nacht seinen Hörtest bestanden! Yippie!

Ich rufe bei meiner Frauenärztin an, um den für heute geplanten Termin abzusagen. "Ja, herzlichen Glückwunsch, ich habe die Benachrichtigung gerade aus dem Briefkasten genommen." Wie bitte? So schnell war die Post da? Das ist ja krass. Hätte ich mir den Anruf ja fast sparen können.

Ab heute Nachmittag bin ich nur noch Begleitperson. Durch das Stillen ist es zwingend notwenig, dass ich da bleibe. (Und ich würde auch nie ohne mein Kind nach Hause gehen, selbst wenn es mit dem Stillen nicht so klappen würde.) Aber mein Krankenhausaufenthalt wäre hier nun abgeschlossen. Bei der Abschlussuntersuchung ist auch alles in Ordnung. Meine Narbe verheilt gut. Hin und wieder merke ich sie zwar noch. Aber meistens habe ich mich dann auch überanstrengt.
Meine Zimmernachbarin geht heute nach Hause. Für sie endet auch der Krankenhausaufenthalt (einen Tag später wegen des Kaiserschnittes) und sie möchte zu Hause für ihre große Tochter da sein und tagsüber kommt ist sie für ihren kleinen Mann da. Somit bin ich nun allein im Zimmer. Das soll sich zum Glück auch bis zum Ende unseres Aufenthaltes nicht mehr ändern.

Dein Papa kommt heute am Nachmittag zu Besuch. Wir genießen die Zeit mit dir sehr!
Deine Gewichtskontrolle ergibt heute übrigens 2365g. Also hast du dein Geburtsgewicht nun sogar schon wieder überholt! Yeah!
Du trinkst weiter ordentlich! Und ab heute brauchen wir auch nicht mehr zufüttern. Es reicht tatsächlich aus! Zwischen 45 und 70 g pro Mahlzeit!
Gebadet habe ich dich auch wieder. Ab jetzt hast du jeden Tag auf der Neonatologie geplanscht. Und du findest es auch nicht mehr ganz so schlimm.

5. Lebenstag, 08. Mai 2018, Dienstag:

Mein Mann kommt heute wieder am Morgen. Und er hält nun endlich zum ersten Mal unseren Kleinen im Arm! Was ist er stolz! Und dieses kleine Bündel wirkt gleich noch etwas kleiner.
Obwohl er natürlich weiterhin schön zugenommen hat: 2380g!
Die Ärztin macht den kompletten Ultraschall der U2 und wir dürfen dir bzw. ihr dabei zusehen, und ich darf dich sogar bei der Hüft-Sono halten. Du machst das toll. Und alles ist in bester Ordnung!

Am Nachmittag sind ein Fotograf und eine Reporterin von der Zeitung da. Sie wollen ein Interview mit unserer Ärztin machen und dazu brauchen sie noch einen kleinen Patienten. Da unser junger Mann so unkompliziert ist, werden wir gefragt, ob sie ihn fotografieren dürfen. Dürfen sie.
Und da ich dann noch dazugerufen werde, lande ich am Ende mit auf dem Foto. Na mal sehen. Wir werden die Zeitung zugeschickt bekommen.

Und noch etwas später am Nachmittag bekomme ich Besuch von zwei lieben Freunden. Eine davon hat uns schon besucht, als ich im April wegen deiner schlechten Herztöne beim CTG im Krankenhaus lag. Damals war sie mit ihrem Sohn da. Nun kommt sie allein. Wir können schön quatschen. Auch wenn es natürlich schade ist, dass dich keiner besuchen kommen kann.

Und eventuell dürfen wir am Donnerstag nach Hause gehen. Das stellt uns deine Ärztin heute in Aussicht. Gestern hieß es noch "Ende der Woche". Heute klingt das ganze schon ein wenig anders (und optimistischer) und es wird von "Vatertags-Geschenk" gesprochen. Wir würden uns jedenfalls sehr freuen!

6. Lebenstag, 09. Mai 2018, Mittwoch:

Dein Papa ist wieder am Vormittag da. Leider nur kurz, weil wir noch Pakete erwarten. Es kommt ein Sterilisator und noch eine Wärmelampe. Letzteres haben wir gedacht, werden wir gar nicht benötigen, es ist ja bald Sommer. Aber aufgrund deines geringen Gewichts und der Problematik mit Temperatur halten können, haben wir uns dann doch noch schnell einen bestellt. Gerade nach dem Baden wird es so auch besser sein.
Aber das mit der Temperatur halten klappt super!

Du trinkst weiterhin wie ein Weltmeister! Und zugenommen hast du dadurch auch ordentlich: 2425g!
Weil du das alles so toll machst und dein Papa und deine Mama so einen guten Eindruck bei deiner Ärztin hinterlassen haben, dürfen wir wirklich morgen nach Hause gehen. Wie krass!
Wir haben uns als Backup dafür entschieden, am Samstag noch einmal zum Wiegen ins Krankenhaus zu fahren. Damit die Ärztin noch einen Blick auf dich werfen kann und uns sagen kann, dass wirklich alles in Ordnung ist. Und wir haben somit schon mal die Zeit zu Hause und können zur Not noch mal unsere Fragen stellen.
Das war allerdings keine Bedingung, dass es morgen wirklich nach Hause geht. Sondern nur ein zusätzliches Angebot!
Ich bin schon ein wenig aufgeregt!
Und kann die Nacht auch nur schlecht schlafen.

7. Lebenstag, 10. Mai 2018, Donnerstag (der eigentliche ET):

Heute nun ist es soweit. Ich habe alle meine Sachen gepackt. Und bekomme dann kurz vorm Ende doch noch mal eine Zimmernachbarin. Aber nur für ein paar Stunden. Denn wir dürfen ja nacher nach Hause gehen. Ich habe zwar immer noch leise Zweifel im Hinterkopf (schließlich möchte ich mich auf nichts versteifen und dann kommt doch etwas dazwischen).
Und heute bin ich sogar mal die 1. beim Frühstücken, da der kleine Mann sich bisher (7.30) noch nicht gemeldet hat. Das kam die ganzen Tage nie vor, da war ich die letzte beim Frühstück. Da hatte der junge Mann immer so gegen um 7 schon Hunger.
Heute ist alles ein wenig anders.
Mein Mann ist eigentlich für halb zehn mit uns verabredet. Ich möchte gegen um 9 schon mal hochschauen, da der kleine seit um 5 nichts mehr bekommen hat. Die gleiche Idee hat auch mein Mann und kommt uns schon etwas eher überraschen :) Er war ungefähr genauso aufgeregt und gespannt.
Und als wir gerade hochgehen wollen, kommt im Schwesternzimmer auch der Anruf, dass nun endlich jemand Hunger hat. Welch ein Timing!
Vor lauter Aufregung vergesse ich völlig, dich zu wiegen. Daher haben wir heute kein Gewicht von dir.
Aber wir dürfen nun wirklich nach Hause gehen! Yeah!
Gegen 10.30 machen wir uns endlich auf den Weg! Wir fahren NACH HAUSE!
Was für ein komisches Gefühl. Mein Mann und ich würden uns am liebsten die ganze Zeit kneifen. So wenig können wir es anfangs fassen. Alles ist komisch, seltsam und so neu. Aber wunderwunderschön!
Du musst hier auch erst einmal ankommen.

Daher wollen wir am Nachmittag auch nur eine kleine Runde drehen. Meine Eltern sollen überrascht werden. Sie denken, wir kommen erst am Sonntag nach Hause. Wir haben sie in dem Glauben gelassen ;) Schließlich wollten wir sie wirklich überraschen. Und was sie für Gesichter machen. Damit hatten sie wirklich nicht gerechnet, als wir vor ihrer Tür stehen. Nur rein gehen wollen wir nicht. Wir möchten dich nicht zu sehr verwirren.

Den Rest des Tages sind wir verliebt und versuchen, hier zu Hause anzukommen.

8. Lebenstag, 11. Mai 2018, Freitag:

Wir haben recht gut geschlafen. Ich hatte ja etwas Angst, dass ich dich nicht hören würde oder zu spät wach werde. Aber diese Angst ist unbegründet. Du schläfst neben mir in deiner Wiege. Und alles ist gut. Wir stillen auch in der Nacht im Sitzen. Im Liegen traue ich mich noch nicht zu. Gegen halb zwei meldest du dich das 1. Mal.

Die Windeln in Größe 1 sind dir noch viel zu groß. Der gute Internet-Händler mit dem "A" könnte die Größe 0 erst am Montag liefern. Daher probiert dein Papawelche im Laden zu kaufen. Ganz schwieriges Thema. In der Apotheke bekommt er dann aber eine Packung zugesagt. Die kommen aber erst mit der Lieferung am Nachmittag. Genauso ist es auch mit Stillhütchen. Denn leider habe ich zwar welche, aber die sind doch recht groß.

Am Nachmittag kommt noch deine Oma vorbei. Sie möchte dich nun auch endlich mal kennenlernen. Und da sie nicht mehr erkältet ist, kann sie dich zumindest aus der Nähe betrachten :)
Der Lieferant in der Apotheke stand leider im Stau, so dass wir immer noch keine kleinen Windeln haben. Die werden wir uns dann morgen abholen müssen.

Am Abend kommt auch noch unsere Nachsorge-Hebamme vorbei. Sie hatte gestern Nachdienst und kann somit erst am Abend kommen. Aber kein Problem. Wir zeigen uns von unserer besten Seite und können auch gleich noch etwas Stillen. Ich versuche es ohne Stillhütchen. Leider will uns das nicht gut gelingen.

Das war deine 1. Lebenswoche, mein kleiner Maikater!

Freitag, 29. Juni 2018

8 Wochen Maikater

Eigentlich wollte ich schon einen Post zu deinen 7 Wochen schreiben. Bin aber einfach nicht dazu gekommen. Meine Zeit am Rechner ist so wenig geworden, seit dem du auf der Welt bist. Aber das ist völlig in Ordnung. Du brauchst mich und ich genieße die Zeit mit dir sehr!

Mit 8 Wochen ...

... erzählst du seit letzter Woche wunderbar und versuchst uns ganz viel mitzuteilen. Es ist wunderschön wie du babelst.
... verfolgst du uns schön mit deinen Blicken und schaust nun schon viel wacher in die Welt.
...waren wir in dieser Woche bei meiner Freundin mit ihrer 6-Wochen-älteren Tochter zu Besuch - Wahnsinn wie groß der Unterschied zwischen euch beiden ist. Du bist aktuell ungefähr so schwer, wie F. zu ihrer Geburt war und dabei bist du aber sogar noch kleiner.
... bist du nun fast völlig aus Kleidergröße 50 herausgewachsen. Nur ein paar wirklich wenige Teile, die sehr groß ausfallen, passen aktuell noch.
... passen die 1er Windeln noch, aber wohl nicht mehr lange. Allerdings sind die 2er aktuell auch noch recht groß...
... hast du ordentlich Speckarme und -beine bekommen, außerdem ist dein Bauch nun deutlich vorhanden und du hast ein richtiges Mops-Gesicht ;)
... ist Papa der Größte für dich. Die Mama ist nur wichtig, wenn du Hunger hast.
... warst du nun auch bei deinem Bruder auf dem Arm und ihr beide habt das sichtlich genossen!
... hat sich der Opa jetzt auch mal getraut und dich auf seinen Arm genommen, was war er am Anfang noch zaghaft! Und dabei bist du nun gar nicht mehr so klein ;)
... ist mittlerweile dein Spielebogen auch langsam interessant, bisher zwar immer nur kurz, aber so langsam hast du Freude daran.
... hast du einige Spitznamen: Mops-Gesicht ;), Herr Schwalinski (wegen des häufigen Spuckens), Spatzel, Spatzelino, Herr Pupsinsky
... meldest du dich ca. alle drei bis vier Stunden zum Stillen, nachts machst du auch schon mal eine längere Pause (so um die fünf Stunden); außer wir sind irgendwo neu und es ist dir unbekannt, dann kannst du auch schon mal schneller Hunger haben
... schläfst du nun deutlich weniger als am Anfang, an manchen Tagen vormittags gar nicht oder dann nachmittags gar nicht .
... hast du immer noch abends deine Schreizeit - sollte dir etwas dazwischen kommen, schiebst du sie einfach später ein, diese Woche hatten wir schon 23 Uhr und dann noch einmal mitten in der Nacht so gegen 3 Uhr, damit hat die Mama dann gar nicht gerechnet und war erstmal völlig durcheinander
... waren wir in dieser Woche auch beim Orthopäden zur Hüft-Sonografie, da ist alles in Ordnung - wir haben das auch nicht anders erwartet, es war schon im Krankenhaus alles super!
... haben wir beide meine lieben Kollegen auf meiner Arbeit schon einmal besucht und du warst bei einer Kollegin auf dem Arm. Was warst du verwundert; genauso verwundert warst du vor einigen Wochen, als wir mit meinen PAL-Schulkolleginnen beim Griechen waren und du dann bei einer Kollegin auf dem Arm warst - Mama musste sich da erstmal ein wenig säubern, du hattest wieder gespuckt ;)

Lieber Maikater, wir lieben Dich! Wir können es uns nicht mehr vorstellen, wie es hier ohne dich war!

Deine Eltern

Sonntag, 10. Juni 2018

Geburtsbericht

Oder wie unser Maikater auf die Welt kam.

Ich hatte ja immer schon mal leichte Wehen Anfang Mai. Ich berichtete hier und hier davon. Zu meinem Post von Mittwoch und Donnerstag kam ich dann gar nicht mehr.
Daher habe ich hier ein wenig den Mittwoch zusammengefasst und dann kommt der eigentlich wichtige Tag: Donnerstag.

Am Mittwoch (02. Mai) hatte ich noch einen Termin bei meiner Gynäkologin: Cervix verkürzt und der Kopf des Kleinen drückt auf den Muttermund. Im CTG aber keine Wehen zu sehen.
Mein Mann und ich fahren zusammen zum Baumarkt, denn wir benötigen noch ein paar Kleinigkeiten für das Kinderzimmer und auch eine neue Glühbirne für's Wohnzimmer (natürlich keine Glühbirne, aber eben ein Leuchtmittel ;) ).
Den Nachmittag und Abend über habe ich weiterhin leichtere bis mäßige Wehen. Nachts weiterhin Wehen.

Donnerstag, 03. Mai:
Ich habe leichte Unruhe so ab ca. 6 Uhr morgens. 6.30 habe ich dann meine erste richtige Wehe. Ich merke direkt an der Intenstität und Schmerzhaftigkeit, dass es sich nun um richtige echte Geburtswehen handelt.
Ich versuche noch etwas zu schlafen, das gelingt mir aber nicht mehr.
Gegen 8 Uhr wecke ich den Mann: "Ich habe seit ca. halb sieben Wehen." - "Ja, da gehts heute los?!" - "Genau"

Ich wehe so vor mir hin. Es ist gut auszuhalten. Mein Mann fährt noch ein paar Kleinigkeiten besorgen. Immerhin bringt unser Kind unsere Tagesplanung komplett durcheinander. Aber das ist nicht schlimm, wir freuen uns sehr auf dich, kleiner Mann!
Circa 11 Uhr lasse ich mir die Badewanne ein, die Wehen bleiben und werden sogar noch etwas intensiver. "Juchu, wir werden unser Kind bekommen."

Mein Bauch hatte sich am Morgen gesenkt, ich habe immer gedacht, dies passiert schon einige Tage vorher und es würde das deutlichste Zeichen der bevorstehenden Geburt sein. Dass es jedoch nun erst mit dem Wehenbeginn passiert, das hätte ich so nicht gedacht.
Ich räume noch etwas in der Wohnung auf und packe die Wickeltasche fertig.

Gegen 13 Uhr esse ich noch einen Donut. Mittlerweile habe ich deutlich schmerzhaftere Wehen und kann sie im Sitzen nicht mehr gut aushalten. Ich stütze mich meist auf der Fensterbank ab oder laufe etwas in der Wohnung umher.
Ich habe dann noch mal ein Schläfchen auf der Couch versucht. Komme aber überhaupt nicht gut zur Ruhe.

Mein Mann trinkt noch einen Kaffee. Dann bin ich so unruhig, dass ich endlich ins Krankenhaus aufbrechen möchte. Ich denke zwar, dass es noch nicht so weit ist, möchte aber einfach im Krankenhaus ankommen und wohl auch gern wissen, wie weit der Muttermund geöffnet ist.
Wir brauchen für die Strecke in die Entbindungsklinik viel länger als üblich, aber es ist auch gerade Rush-Hour. Die Wehen im Auto sind nicht besonders angenehm. Vor allem merke ich jede Unebenheit in der Straße.

Im Krankenhaus angekommen, wird erst einmal ein CTG geschrieben. Da ist alles in Ordnung, aber es zeichnet keine einzige Wehe auf. Obwohl ich einige schmerzhafte habe. Die sind auf der Seite liegend nur sehr schwer auszuhalten und ich möchte am liebsten jedes Mal aufspringen. Außerdem vertöne ich einige davon und die Hebamme denkt, wir haben schon ein gutes Stück Muttermund geschafft. Sie ist daher genauso ernüchtert wie auch ich, als sie feststellt, dass ich erst ca. 1 cm habe und die Cervix verkürzt ist (aber siehe oben, das war sie ja auch schon einen Tag vorher).

Ich werde dann erst mal auf mein Zimmer gebracht und kann mich etwas einrichten. Es gibt auch noch zwei Zäpfchen. Einmal Buscopan zur Entspannung und noch ein pflanzliches Schmerzmittelchen.
Mein Mann und ich laufen auf dem Flur auf und ab und warten auf die angekündigte Untersuchung durch die diensthabende Ärztin. Ich muss dabei die Wehen veratmen und stütze mich auf den Fensterbänken im Krankenhausflur ab.
Das Sono ergibt ein Schätzgewicht von 2600-2700 g. Unter Wehen ist das allerdings nur wenig aussagekräftig.

Mein Mann fährt noch mal nach Hause, wir werden später telefonieren. Er soll sich noch etwas ausruhen und Kraft tanken. Im Moment geht es ja eh noch nicht los und es wird auch noch länger dauern.
Ich esse zu Abend und laufe danach noch etwas auf dem Flur auf und ab.
Die Wehen sind weiterhin nicht regelmäßig, zwischen 7 und 15 Minuten ist alles dabei. Erst viel später realisiere ich, dass sie deswegen nicht muttermundswirksam waren.

Die diensthabende Nachtdienst-Hebamme kommt nach mir sehen und möchte gern den Stand der Dinge herausfinden. Cervix noch vorhanden, Muttermund weiterhin bei 1 cm, möglicherweise etwas weicher (das kann sie ja schlecht sagen, da es vorhin noch eine andere Hebamme war) - da ist es ca. 21 Uhr.
Mir ist etwas schlecht und ich werde von der Hebamme angewiesen, nun auf jeden Fall nichts mehr zu essen. So schlecht wie mir ist, wäre ich sowieso nicht auf die Idee gekommen ;)

Dann telefoniere ich mit dem Mann und sage ihm, er soll sich möglichst schlafen legen. Das war auch die Empfehlung der Hebamme. Ich werde mich melden, wenn etwas passiert.
Ich erhalte noch einmal die gleichen Zäpfchen und soll mir auch etwas zum Schlafen geben lassen. Genau das tue ich. Dann lege ich mich hin und versuche, etwas zur Ruhe zu kommen. Das ist allerdings gar nicht so einfach. Ich werde zunehmend unruhiger und muss immer wieder aufspringen und mich bewegen, sobald eine Wehe kommt. Außerdem muss ich auch öfter zur Toilette. Die Zäpfchen wirken und wollen wieder raus.

Kurz vor 23 Uhr werde ich immer unruhiger und möchte meine Bettnachbarin nicht mehr weiter stören. Ich begebe mich zur Nachtschwester. Diese hatte schon viel eher mit mir gerechnet und ruft die Hebamme an. Die Schwester begleitet mich noch etwas über den Flur bis die Hebamme im Kreißsaal ankommt.
Ich werde erneut untersucht. Der Muttermund ist nun bei 2cm und durch die Untersuchung löst sich (ein Teil des) der Schleimpropf(es). Es wird noch ein CTG geschrieben. Dieses ist auch in Ordnung und so werde ich vor die Wahl gestellt, ob ich eine Spritze bekommen möchte. Diese soll mich entspannen, mir etwas Ruhe gönnen und auch auf den Muttermund wirken. Also nehme ich sie. Ich möchte wirklich gern etwas Kraft tanken. Wer weiß, wie lange es noch dauern wird. Ich sehe im Moment einfach kein Ende.

Ich darf dann von der Untersuchungsliege in den Kreißsaal umziehen. Im Moment bin ich die einzige Gebärende - was für ein Glück. Auf dem Weg biege ich gleich noch zur Toilette ab und verliere dabei eine etwas größere Menge Blut (nein, viel war es nicht, aber damit hatte ich so nicht gerechnet). Das muss so ungefähr 0 Uhr herum sein. Im Kreißsaal läuft das Radio. Obwohl ich die Uhrzeit ab und zu höre, kann ich sie gar nicht mehr verarbeiten, ich verliere jegliches Zeitgefühl. Die empfundene Dusseligkeit im Kopf ist außerdem eine Nebenwirkung der Spritze.

Im Kreißbett drehe ich mich immer mal auf die andere Seite und irgendwann auch mal auf den Rücken. Es ist recht gut auszuhalten, aber der Positionswechsel tut mir sehr gut. Die Hebamme schaut immer mal nach mir, lässt mich aber größtenteils in Ruhe, was völlig okay ist. Ein wenig vermisse ich meinen Mann, möchte ihm aber so viel Schlaf und Ruhe wie möglich gönnen.
Ich trinke zwischendurch immer mal etwas. Ich habe ordentlich Durst!

Irgendwann habe ich noch mal das Bedürfnis, zur Toilette zu gehen. Vom Gefühl her drückt ordentlich Stuhlgang, aber natürlich kommt nichts.
Danach untersucht mich die Hebamme erneut. Sie fragt: "Wie viel Muttermund brauchen wir denn zur Geburt?" - "Bis vollständig? 10 cm!" (Da denke ich so an 5-6 cm, die ich geschafft habe.) - "Und was denken Sie, wie viel haben wir?" - "Keine Ahnung" - "9 cm!" Da war ich tierisch glücklich.
Ich rufe dann meinen Mann an, da ist es 1:39 Uhr. (Vermutlich eher vor der Untersuchung, aber mein Kopf konnte das ganze nicht mehr so richtig ordnen...)
Die Hebamme spricht: "Hoffentlich bleibt die Fruchtblase heil, bis der Mann kommt." Ich denke, oh krass, so weit sind wir wirklich schon?! Ich kann es kaum glauben.
Irgendwann ist jedenfalls mein Mann dann endlich da. Ich habe nicht einmal die Kreißsaal-Klingel gehört. (Vorher hatte ich sie mal gehört, da kam noch eine andere Frau, die liegt dann im kleinen Kreißsaal nebenan.)
Die Fruchtblase springt irgendwann und es wird richtig nass. Und dann ist der Muttermund vollständig eröffnet, denn es wird von Pressen geredet. Ich realisiere all das nicht wirklich und auch vom Gefühl her fühlt es sich nicht anders an. Ich habe nicht wirklich den sonst so oft erwähnten Pressdrang.

Ich fange bei jeder Wehe zu früh an, mitzuschieben und bald fehlt mir die Kraft. Dann darf ich es im Vierfüßlerstand versuchen, denn davor auf der Seite liegend waren die Herztöne des Kleinen zunehmend schlechter geworden. Sie erholen sich aber zum Glück ganz schnell. Meine Angst um einen Kaiserschnitt löst sich somit erst mal auf.
Ich soll es dann noch einmal auf der Seite versuchen, da der Kopf vom Krümel schief im Becken steht. Ich kann nun langsam wirklich nicht mehr und ich habe auch echt keine Lust mehr!
Schließlich soll ich dann auf dem Rücken pressen. Mein Kopf ist aber nicht frei. Ich habe Angst vor einem Dammschnitt/-riss und äußere das dann auch. Allerdings war es da schon zu spät. Die Hebamme hatte nach der Betäubung durch die Ärztin schon geschnitten. Zum Glück hatte das mein Kopf nicht realisiert (die Betäubung habe ich ja sehr wohl mitbekommen, mir aber eben nichts weiter dabei gedacht).
Beim Pressen soll ich mir in meine Kniekehlen fassen und die Beine ranziehen. Das ist so verdammt unbequem für mich und ich bekomme ständig einen Krampf. Irgendwann sieht das auch die Hebamme ein und es reicht, wenn ich meine Beine nur noch ranziehe. Welch eine Erleichterung!
Ich hatte auch noch etwas in meine Flexüle gespritzt bekommen und dann bekam ich auch noch einen Tropf angehangen (vermutlich Oxytocin). Wann genau das war, weiß ich nicht mehr. Vermutlich vor dem Dammschnitt.
Ich kann den Anweisungen der Hebamme nicht immer gleich folgen. Sie muss sie mehrfach äußern und ich muss mich dann echt darauf konzentrieren. Irgendwann schiebt die Ärztin auch noch von oben mit.
Zuvor war der Satz gefallen "Der kleine Mann hat ganz viele dunkle Haare". Dem stimmt auch mein Mann mit ein und ich denke, dass sie mich veräppeln wollen. Man kennt das ja aus dem Fernsehen und irgendwie habe ich von oben auf mich herabgesehen und sah genau das. Allerdings wirkte diese Szenerie sehr sehr unwirklich. Vor allem mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass mein Mann kein Blut oder Ähnliches sehen kann - da dachte ich, dass er doch niemals nach dem Kopf geschaut hat. Hat er aber doch getan! Ich bin so stolz auf ihn!

Der Kopf wird geboren und der kleine Mann kommt sofort in derselben Wehe hinterher!
Um 3:49 Uhr am 04. Mai 2018 kommt unser Maikind auf die Welt! Wahnsinn! Leider ist die Nabelschnur sehr kurz, so dass er mir nicht gleich auf den Bauch gelegt werden kann. Aber nach dem mein Mann die Nabelschnur durchtrennt hat, wird mir unser Baby auf die Brust gelegt!
Was bin ich glücklich!

Dann wird mir eröffnet, dass ja doch geschnitten werden musste. Aber eben schon vor meiner geäußerten Angst. Die Plazenta wird geboren, ich habe gefühlt schon gar keine Wehe mehr. Aber zum Glück geht es recht schnell. Sie sieht nicht gut aus. Was auch der Grund ist, warum unser Kind so winzig ist.

Ich werde dann noch von der Ärztin genäht und die Hebamme verschwindet unterdessen nach neben an zur anderen Geburt. Ab jetzt beginnt für sie die Akkord-Arbeit. Ich bekomme nur mit, wie dann noch die Bereitschaftshebamme angerufen wird, weil mittlerweile noch mindestens 2 Geburten gleichzeitig laufen.

Und nach dem Nähen kommt die Hebamme wieder und vermisst unseren süßen kleinen Spatz:
Unser zerknautschtes Kind wiegt 2360 g auf 45 cm und hat einen Kopfumfang von 32 cm. Echt winzig! Und er ist wirklich ein JUNGE!
(Der Papa musste dann auf meinen Wunsch erst einmal nachschauen :) )

Nach dem Wiegen und Vermessen, wird der kleine Mann dann auch angezogen und es kommt die Frage der Hebamme: "Wollen Sie denn stillen?" - "Ja, natürlich." - "Na dann legen Sie ihn mal an." Und er machte es super! Er zog schon wie ein Weltmeister, als hätte er das schon immer gemacht. Was war ich stolz. Leider musste dann aber doch die diensthabende Kinderärztin dazugeholt werden. Einfach, weil sein Geburtsgewicht sehr sehr grenzwertig war. Der Blutzucker war da allerdings völlig in Ordnung.
Die Kinderärztin bespricht mit meinem Mann und mir das weitere Vorgehen. Aufgrund meines Berufes möchte sie unser Kind gern bei uns lassen und nicht auf die Kinderstation entführen. Welch ein Glück! Ich soll immer schön zufüttern nach dem ich ihn angelegt habe. Das sollte doch zu schaffen sein!

Weil so ein großer Andrang im Kreißsaal ist, werde ich kurz vor Ablauf der üblichen 2 Stunden Überwachungszeit schon in mein Zimmer zurück gebracht.
An diesem Tag kommen noch weitere 5 Babys auf die Welt - alle bis zum Mittag. Die Hebammen hatten ordentlich zu tun und sind dann auch demzufolge wahnsinnig geschafft.
Wie es mit unserem Maibaby weitergegangen ist, erzähle ich euch in einem gesonderten Beitrag.