Mittwoch, 5. Februar 2014

Resümee nach 3 Tagen Reha

Wahnsinn, schon drei Tage arbeite ich jetzt in der Reha... Ich bin teilweise positiv und teilweise negativ überrascht...

Aber von vorn.
Am Montag habe ich zum ersten Mal meinen Wecker ausgemacht, ohne, dass ich mich daran erinnern kann. Zumindest sagt mein Freund, ich hätte ihn ausgemacht. So richtig glauben kann ich das ja fast nicht. Aber gestellt hatte ich ihn definitiv... Und mein Freund hat ihn auch gehört. Eine halbe Stunde später meinte er zu mir: "Willst du nicht aufstehen?" Und ich war total erschrocken über die Uhrzeit. Zum Glück klingelt mein Wecker aber immer so zeitig, dass ich auch solch einen Zwischenfall ohne Probleme überbrücken kann. Ich war pünktlich in der Reha.

Dort wurde ich von einer ehemaligen leitenden Stationsschwester aus meinem Ausbildungskrankenhaus empfangen. Das wunderte mich dann sehr, denn ich wähnte sie eigentlich in einer Arztpraxis. So kannte ich ja wenigstens schon mal einen Menschen - zumindest vom Sehen... Und sie erkannte meinen Nachnamen und bestellte dann einen lieben Gruß an meinen Papa (der ist nämlich Techniker in meinem Ausbildungkrankenhaus und dort so ziemlich allen Mitarbeitern bestens bekannt :)). Alles sehr interessant ;)

Meine Einarbeitung steht auch nach drei Tagen so gut wie bei Null. Ja leider, eine Einarbeitung hatte ich nicht wirklich. Und werde sie wohl auch nicht mehr haben. Denn wie meinte heute eine Kollegin: Wenn ich eine Frage hätte, könnte ich ja einfach fragen. Das mag ja so auf jeden Fall stimmen und kann ich selber nur für gut befinden, allerdings gibt es einige Dinge, die ich gar nicht fragen kann, wenn ich nicht mal weiß, dass sie existieren (könnten). Viele Dinge laufen in einer Reha-Einrichtung nun mal ganz anders als in einem Krankenhaus. Es gibt ja schon genügend Unterschiede von einem Krankenhaus zum anderen...
Was ich auf jeden Fall nicht gut finde, ist die Tatsache, dass er dort insgesamt zu wenig Personal gibt und weiterhin viel zu wenig examinierte Pflegekräfte... Es wird ganz viel mit Pflegehilfskräften oder Pflegehelfern gearbeitet und somit ist die Last für die wenigen examinierten Pflegekräfte extrem hoch. Das merkte ich heute wieder sehr deutlich als ich Tabletten stellte... Während des Stellens mussten mehrere andere Dinge (am besten gleichzeitig) erledigt werden. Immer wieder wurden meine Kollegin und ich von dem wichtigen Tablettenstellen abgezogen. Und so etwas darf einfach nicht passieren! Genauso wie es auch nicht sein kann, dass in dieser Zeit eine totale Unruhe in dem Raum herrscht, in dem gestellt wird. Zustände sind das. Einfach schlimm.

Es gibt auch keine wirklichen Übergaben wie ich sie kenne... Hier wird ein Buch geschrieben, in dem die wichtigen Dinge über die Patienten drin stehen. Wer also etwas wissen möchte, der sollte Lesen können und auch wollen. Ich finde das ganze ja eher ein wenig seltsam. Ich würde gern vom Nachtdienst eine mündliche Übergabe bekommen, damit ich auch die Patienten schon mal ein wenig kennenlernen kann und mir ein Bild machen kann, bevor ich in das Zimmer gehe. Aber das scheint hier irgendwie überbewertet zu sein. Oder erwarte ich zu viel?

Ich kann nur hoffen, dass ich noch ein paar postive Eindrücke sammeln kann. Bisher sind es fast nur negative.

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